Nach zwei ungenügenden Spielen vor Monatsfrist im Thurgau kehrte man in denselben verwunschen Kanton zurück. Allerdings zu einem mutmasslich sympathischeren Ort: Erlen, temporärer Wohnort unseres Exil-Oberländers M. B., der offenbar mit seinem Asylantrag im Thurgau erfolgreich war. Wir wundern uns noch immer, weshalb, spricht doch seine Basketballform nicht dafür.

Die beiden Gegner des heutigen Tages waren mit Rafzerfeld der wohl am zweitbesten bekannte Gegner (Cup, Hinrunde) und mit DT Bäretswil definitiv der am besten bekannte Gegner der Gruppe. Beide Spiele boten Emotionen und tw. hochklassiges Kleinfeldunihockey, wenn auch von der Tribüne aus besonders der torarme Gehalt der zweiten Partie bemängelt wurde. Und das allzu sehr auf Ballbesitz ausgelegt KF-Unihockey. Aber so ist nunmal das Kleinfeld. Segen und Fluch dieser Unterdisziplin.

Gegen Rafzerfeld wollten wir den negativen Eindruck der letzten Runde mit einem Sieg ausbügeln. Erwarten durften wir das auch von uns, spricht die Tabellensituation doch für uns. Trotzdem war es Rafzerfeld, welches bis zur Pause mit 3:2 in Führung lag. Das körperbetonte Spiel der Rafzerfelder bescherte uns noch immer Probleme. Sicherlich war auch die Uhrzeit ein Faktor, doch eigentlich müssten wir gegen solche Gegner unsere Schnelligkeit und Passsicherheit mehr ausspielen können. Doch so gelang es uns nicht wirklich und es wurde ein sehr intensiver Fight, der bis kurz vor Schluss mit 3:3 ausgeglichen gestaltet werden konnte. Als dann die Teamverantwortlichen Maurer/Felix kurz vor Schluss sich dafür entschieden, alles auf Karte Sieg zu setzen, wurde dies mit einer wunderschönen Stafette inklusive Abschluss zum 4:3 durch Felix belohnt. Ein erzwungener Sieg, der gerade so gut auf die andere Seite hätte kippen können. Die erste Zweiminutenstrafe des Spiels kurz vor Schluss war nur eine Randnotiz und durchkreuzte eine bis anhin eigentlich konsistente und Linientreue Leistung des Schiedsrichters. Mit einer sehr toleranten, bisweilen vielleicht zu toleranten Linie, gestaltete sich ein körperintensives Spiel.

Gegen Bäretswil waren wir hochmotiviert, im ersten Training des Rückjahres als Derby-Sieger aufs Feld zu gehen. Ein hochbeschwörtes 4-Punkte-Spiel wartete auf uns. Maurer/Felix verwiesen auf die Stärken der Bäretswiler auf der Backhand, welche wir natürlich zur Genüge kannten und trotzdem zu einem Tor gereichten, wie später vermerkt werden darf.

Ein läuferisch intensives Spiel wog in der ersten Hälfte hin und her. Trotz grossen Chancen vermochten wir nicht, in Führung zu gehen. Entweder stand der Pfosten oder Huber zwischen Torerfolg und dem Schützen. Bäretswil dagegen war es vergönnt, kurz vor der Pause in Führung zu gehen. Ich wage die Prognose, dass der Spielverlauf komplett anders gewesen wäre, wenn wir zuerst die Führung erzielt hätten. Denn dass ein Rückstand schwierig aufzuholen ist… nun das kennen wir leider zu gut bereits in dieser Saison. Sicherlich einer der grossen Mängel auf dem Kleinfeld. Forechecking effektiv zu betreiben gestaltet sich in einem 3v3 enorm schwierig; zweifelsohne sind wir auch nicht Weltmeister darin (oder Schweizermeister, Kleinfeld spielt man Ligamässig eigentlich auch nur in der Schweiz). So gelang es Bäretswil den Vorsprung gar noch auf 2:0 auszubauen, nach einem dieser Backhand ausgeführten Gegenstösse und dem daraus resultierenden Powerplay (gut eigentlich wäre es ein direkter Treffer gewesen, rein regeltechnisch war das inkorrekt und auch kein vertretbarer Entscheid, das direkte Tor wäre die regeltechnisch korrekte Entscheidung gewesen). Und ab da begannen sie das taktische Unspiel des KF, welches ich hier aber nicht weiter als nötig anprangern möchte. Es geht um Punkte, insofern ist es verständlich, dass man auf diese taktische Notbremse zurückgreift. Es ist mehr eine Schwäche dieses Formats. So versuchten wir sie also noch und noch hinter dem Tor hervorzutreiben, mit dem uns bewussten Risiko eines Gegenstosses. Schliesslich kamen wir auf 1:2 heran, doch natürlich genügte uns das noch nicht. Wir nahmen den Torhüter raus, 1:3. Kamen aber wieder auf 2:3 heran. Auf Grund einer Fehlinformation aber dann bezüglich der Zeit nahmen wir dann bereits beim Bully den Torhüter raus. Ohne Matchtafel und angezeigter Spielzeit ist es einfach richtig schwierig zu timen, wann welche Zeit ist. Sicherlich wäre es nicht verkehrt gewesen, wenn wir vom Spielsekretariat die Zeiten gemeldet bekommen hätten. Denn diese stoppten offenbar anders als wir auf der Bank. Tant pis, so endete das Spiel schlussendlich 2:5, nachdem wir direkt im Anschluss an das Bully das 2:4 kassierten.

Trotzdem verbleibt ein positiver Eindruck dieser Runde. Wir gaben alles und stiessen an Grenzen, die wir sicherlich an einem glücklicheren Tag auch durchbrechen werden. Wir sind insofern gespannt auf die Reprise dieses Derbys.

Jetzt wünschen wir allen Frohe Festtage und grüssen vom 5. Tabellenrang. Mission vordere Tabellenhälfte ist also noch immer sehr realisitisch.

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